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23.04.2011 - DIE LINKE KV Allgäu-Memmingen-Unterallgäu

Schluss mit der Atomenergie

Am Ostermontag demonstrierten bundesweit über 120.000 Menschen für den Atomausstieg. Ursprünglich sollte der Opfer des Supergaus in Tschernobly vor 25 Jahren gedacht werden. Durch die Atomkatastrophe im japanische Fukushima bekamen die Proteste eine zusätzliche tragische Aktualität. An 12 Standorten von Atomanlagen forderten sie die unverzügliche Abschaltung der Atomkraftwerke und den Umstieg in die erneuerbaren Energien. Im schwäbischen Günzburg, in dessen Nachbarschaft das AKW Gundremmingen liegt, versammelten sich über 8.000 Menschen. Mit dabei waren einige Aktive des KV Allgäu-Memmingen-Unterallgäu der LINKEN.

Das AKW in Gundremmingen ist das größte in Deutschland. Die Blöcke B und C sind Siedewasserreaktoren, also vom selben gefährlichen Reaktortyp mit nur einem Hauptkreislauf wie in Fukushima. Außerdem werden dort plutoniumhaltige MOX-Brennelemente eingesetzt. Die bayerische CSU-Landesregierung hatte dies 1994 genehmigt. Der Block A war nach einem Störfall mit Totalschaden 1977 stillgelegt worden, die Blöcke B und C sollten 2015 bzw. 2016 endgültig abgeschaltet werden. Die CDU-CSU-FDP-Koalition hatte die Laufzeiten im Rahmen ihres Austiegs aus dem Atomausstieg bis 2030 verlängert. Seit 2006 wird in Gundremmingen auch noch Deutschlands größtes Castor-Atommüll-Lager aufgebaut. 31 Castoren waren dort Ende 2010 gelagert.

Vor allem aus Schwaben, dem östlichen Baden-Württemberg und dem nördlichen Oberbayern waren die zurecht besorgten Bürgerinnen und Bürger gekommen, darunter viele Genossinen und Genossen der LINKEN. Der schwäbische Bundestagabgeordete der LINKEN Alexander Süßmair hatte ebenfalls an der Demo teilgenommen. Er forderte: "Wir müssen die AKWs unverzüglich abschalten. Nach den Atomunfällen in Majak, Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima muss jedem klar sein, was es für unsere Region bedeuten würde, wenn es in Gundremmingen zu einem ähnlichen Supergau käme."

Die Redner der Kundgebung gehörten verschiedenen Organisationen und Parteien an. Für DIE LINKE sprach die bayerische Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter. Sie ist Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. In ihrer Rede wies sie unter anderem auf die Zusatzprofite hin, die den AKW-Betreibern durch die Laufzeitverlängerung der schwarz-gelben Regierungskoalition beschert wurden. Es sind pro AKW und Tag 1 Million Euro.


Erstellungsgsdatum: 27.05.2011