Aktivitäten

22.07.2011 - Petra Pau, MdB - Alexander Süßmair, MdB - Kempten, Legau, Illerbeuren

Allgäu-Tag mit Petra Pau

Endlich war es wieder so weit. Wie schon seit vielen Jahren Tradition, nahm sich Petra Pau, Vizepräsidentin des Bundestages, wieder einen Tag Zeit, um sich im Allgäu vor Ort an verschiedenen Stationen zu informieren.

Zur Delegation gehörten unser schwäbischer Bundestagabgeordneter Alexander Süßmair, unsere schwäbische Bezirksrätin Ingeborg Vollmar, der Augsburger Stadtrat Benjamin Clamroth, einige MitarbeiterInnen sowie Reinhard Simon vom KV Kempten-Oberallgäu, Konstantin Gräfe und Fabio Delle Vedove vom KV Allgäu-Memmigen-Unterallgäu.


Alexander Süßmair zum diesjährigen Allgäutag

Der diesjährige Allgäu-Tag mit Petra Pau führte uns ins Rathaus Kempten, zur Umweltstation Unterallgäu nach Legau und zum schwäbischen Bauernhofmuseum in Illerbeuren. Wie immer hat es großen Spaß gemacht und gelernt haben wir auch noch einiges.

Solche Termine, wie der Empfang im Rathaus, jenseits der üblichen parteipolitischen Fronten und Auseinandersetzungen bieten eine gute Gelegenheit, mit anderen politischen Ebenen ins Gespräch zukommen, aktuelle Themen von verschidenen Seiten zu beleuchten, neue Kontakte zu knüpfen und zu erfahren, wie sich Bundespolitik vor Ort auswirkt.

Ebenso wichtig ist der Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren oder zu öffentlichen bzw. öffentlich geförderten Einrichtugen die sich beispielsweise in den Bereichen Umweltschutz, Bildung oder Kultur engagieren.

Alexander Süßmair www.alexander-suessmair.de ...



Petra Pau zum diesjährigen Allgäu-Tag

Nichts ist mehr wie es war. Zuletzt war ich 2005 in Kempten. Meine Partei hatte sich taufrisch in Linkspartei.PDS umbenannt. In einem typisch bayerischen Bierlokal trafen sich einige PDSler und einige WASGler mit einigen Neugierigen. Das aktuelle Thema hieß Hartz IV. Vor dem Restaurant hatten sich einige Jung-Unioner aufgebaut. "Kommunisten raus aus Kempten", stand auf ihrem Transparent. Die Welt schien noch geordnet.

Diesmal fehlten die CSU-Kadetten. Bei meinem Empfang im Rathaus sprach ich mit einer Bürgermeisterin und zwei Stadträten. Ich lernte: Nicht Trier, sondern Kempten sei die älteste je urkundlich erwähnte deutsche Stadt und man habe die Zukunft fest im Blick. Sybille Knott sprach von fünf strategischen Leitlinien. Eine davon heiße: 2020 wolle Kempten eine Vorzeigestadt beim Klimaschutz sein. Sie bemühte das weiß-blaue bayerische Bild.

Nur anders als in München. Früher galt das Allgäu als blaue Region, weil dort blühender Flachs die Felder färbte. Daraus wurden gefragte Linnen. Lang, lang ist’s her. Heute strahlt das Blau von "solargedeckten" Dächern. Ich kann bestätigen: Es werden im Allgäu sichtbar von Jahr zu Jahr immer mehr. Die viel umstrittene Energiewende schreitet voran - auf Bauernhöfen ebenso, wie bei kommunalen Gebäuden. Es geht also.

Wenn da nicht die Bundespolitik immer wieder Bremsheini spielen würde. Wie jüngst, da sie Fördermittel für dezentrale erneuerbare Energie kürzte. Merkel, Rösler und Seehofer führen offenbar anderes im Schilde. Sie wollen die Macht der vier großen Energiemonopole retten, auch in der Post-Atom-Ära. Kempten will energieautonom und langfristig CO2-neutral werden. Eine Befreiungsstrategie. Ich kenne das aus linken Programmen.


Auf zur nächsten Station: Mein Fraktionskollege Alexander Süßmair, sowie Regional- und Kommunalpolitiker der LINKEN im Allgäu und ich besuchten die Umweltstation Unterallgäu in Legau. Herr Wächter empfing uns in der "Ressourcen-Erlebniswelt" für Kinder und Jugendliche. Mit einem zentralen Überwachungscomputer, der obendrein höchst gefragt sei, erzählte er. Jeden morgen würden sich angehende Umweltfreaks neugierig um ihn scharen.

Er erfasst alles - aus jedem Gebäude, aus jeder Finnhütte: Wie hoch waren die  Temperaturen? Wie viel Wasser wurde verbraucht und wie viel Energie? So könnten alle jungen Kursteilnehmer konkret erfahren: Wie wirkt sich mein Verhalten auf die Umwelt aus? Das wachsende Erlebnisareal versorgt sich zu 85 Prozent mit Eigenenergie, auch Häppchen und Schlückchen kommen ausschließlich aus der Region - umweltfreundlich.

Mein traditioneller "Allgäu-Tag mit der LINKEN" endete diesmal im Schwäbischen Bauernhof Museum Illerbeuren. Dort wird ländliche Geschichte feilgeboten - weitläufig und kompakt, anschaulich und faktenreich. Es war eine neunzigminütige Wanderung durch drei Jahrhunderte, dank Ausstellungschef Kettemann. Und wieder ging es auch um Umweltschutz und um Umweltfrevel im Laufe sich wandelnder Zeiten.

Schließlich wurde auch das klargestellt: Anders, als vielfach verbreitet, kommen die originalen Urschwaben aus dem Bayerischen. Die Nachbarn aus Baden-Württemberg sind bestenfalls aufschneidende Duplikate. Gut zu wissen. Denn als drittes Heimatland von Schwaben aller Couleur gilt längst Berlin. Gelegentlich ist dort bereits von Parallelgesellschaften die Rede und von schlechten Deutschkenntnissen schwäbischer Migranten. Geschenkt!

PS: Seit einem guten Jahrzehnt unterbreche ich meinen Urlaub für diesen politischen Allgäu-Tag. Es war stets spannend und immer gut vorbereitet. Zumeist auch von dem Bayern Fabio Delle Vedove. Danke Fabio!

Von Petra Pau www.petrapau.de ...


linksfraktion.de, 22. Juli 2011

Erstellungsgsdatum: 30.07.2011